Das Land Bremen geht einen mutigen Schritt in Richtung digitaler Bildung: Als erstes Bundesland führt Bremen den KI-Chatbot Telli flächendeckend an öffentlichen Schulen ein. Damit sollen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte gleichberechtigten Zugang zu einer datenschutzkonformen KI-gestützten Lernplattform erhalten. Der offizielle Start ist ein Signal für den verantwortlichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Schulwesen.
Zielsetzung und MotivationDer Einsatz von KI in Schulen ist kein Selbstzweck – das Bremer Bildungsressort verfolgt klare Ziele:
- Kompetenzförderung: Schülerinnen und Schüler sollen lernen, KI nicht nur zu nutzen, sondern sie kritisch zu verstehen und einzuordnen.
- Unterstützung für Lehrkräfte: Telli kann bei Unterrichtsvorbereitung, Ideensammlung oder dem Entwickeln von Materialien helfen.
- Sicherer Raum für Experimente: KI soll nicht im Wildwuchs, sondern in einer geschützten, pädagogisch gestalteten Umgebung zur Verfügung stehen.
- Datenschutz als Grundprinzip: Telli arbeitet mit pseudonymisierten Nutzerdaten, mit Hosting innerhalb der EU und ohne Weitergabe persönlicher Daten an externe Anbieter.
- Lehrkräfte können Telli selbst im Unterricht einsetzen oder einzelnen Klassen den KI-Zugang freischalten.
- Schülerinnen und Schüler werden über QR-Codes oder speziell von Lehrkräften vorbereitete Klassenchats mit Telli interagieren können.
- Das System ist intelligent angebunden an verschiedene KI-Modelle (Large Language Models) – unter Beachtung datenschutzrechtlicher Anforderungen.
- Lehrkräfte haben zudem die Möglichkeit, eigene Dokumente hochzuladen, sodass Telli auf Unterrichtsmaterialien reagieren kann und kontextbezogene Unterstützung bietet.
- Ursprünglich wurde Telli im Rahmen des länderübergreifenden Projekts AIS (Adaptives Intelligentes System) entwickelt. Die Entwicklung läuft offen und frei zugänglich (Open Source).
Ein herausragendes Merkmal bei Telli ist das starke Augenmerk auf Datenschutz:
- Nutzerdaten sind pseudonymisiert, d. h. sie werden nicht direkt einer Person zugeordnet.
- Das System wird ausschließlich in der EU gehostet, wodurch Datenverarbeitung und Speicherung den europäischen Datenschutzstandards unterliegen.
- Personenbezogene Daten werden nicht an die KI-Anbieter (bspw. OpenAI oder Meta) weitergegeben, und eingegebene Inhalte fließen nicht in das Trainingsmaterial dieser Modelle.
- Somit bleibt die Kontrolle über die Daten in öffentlicher Hand und es wird ein vertrauenswürdiger Rahmen geschaffen.
Bremens Senatorin für Kinder und Bildung betont: Mit Telli soll ein kindgerechter Raum entstehen, um KI auszuprobieren und Kompetenzen zu stärken. Schülerinnen und Schüler sollen sicher und reflektiert fähig sein, KI-Technologien künftig kritisch zu begleiten.
Telli ist ein Vorreiterprojekt – auch andere Bundesländer beobachten den Start mit Spannung. Der Erfolg in Bremen kann als Modell dienen, wie KI in Bildungseinrichtungen verantwortungsbewusst und nutzbringend eingeführt werden kann.
Vorteile und HerausforderungenVorteile:
- Geschwindigkeit bei der Inhalte-Erstellung (Arbeitsblätter, Erklärungen)
- Unterstützung für Lehrkräfte im Unterrichtsalltag
- Stärkung von Medienkompetenz und KI-Verständnis bei Lernenden
- Datenschutzkonformer Rahmen, der Sicherheit bietet
Herausforderungen:
- Ausbildung und Qualifizierung der Lehrkräfte im Umgang mit KI
- Pädagogische Gestaltung und Einbindung in den Unterricht
- Sicherstellung, dass KI als Unterstützung, nicht als Ersatz dient
- Technische Infrastruktur (z. B. Netz, Endgeräte) flächendeckend verfügbar machen
Mit der Einführung von Telli als landesweiter KI-Chatbot macht Bremen Schule – wortwörtlich. Der Ansatz verbindet Innovation mit Verantwortung: Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte erhalten Zugang zu moderner KI, eingebettet in Datenschutz und pädagogischer Begleitung. Wenn die Umsetzung gelingt, könnte Bremen zum Vorbild für andere Bundesländer werden, wie KI im Unterricht sicher und sinnvoll genutzt werden kann.
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