Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat gemeinsam mit der Polizeilichen Kriminalprävention (ProPK) ausgewählte Ergebnisse des neuen Cybersicherheitsmonitors 2025 veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf dem digitalen Familienalltag. Die Befragung zeigt: Kinder und Jugendliche sind bereits frühzeitig digitalen Gefahren ausgesetzt. Gleichzeitig handeln viele Eltern zurückhaltend oder ohne ausreichende Information.
Der folgende Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und gibt Empfehlungen für einen sicheren digitalen Familienalltag.
Zentrale Ergebnisse der Befragung Frühe Nutzung digitaler MedienViele Kinder und Jugendliche verfügen bereits in jungen Jahren über Smartphones oder Tablets. Doch weniger als ein Drittel der Eltern klärt ihre Kinder vor dem Kauf solcher Geräte über die Gefahren im Internet auf.
Themenschwerpunkte in GesprächenWenn Eltern mit ihren Kindern über das Internet sprechen, dann meistens über:
- Cybergrooming;
- Kontaktanfragen fremder Personen.
Weniger häufig hingegen thematisiert werden:
- Technische Schutzmaßnahmen, etwa das Absichern von Benutzerkonten;
- Das Erkennen von Onlinebetrug.
Mehr als ein Drittel der Eltern berichtet, dass ihre Kinder bereits negative Online-Erfahrungen gemacht haben:
- Cybermobbing in sozialen Netzwerken oder Chats;
- unangemessene Inhalte (Gewalt, Pornografie, rassistische Inhalte).
Jüngere Kinder (6–13 Jahre) sind dabei schon zu etwa 37 % betroffen. Bei Jugendlichen (14–17 Jahre) liegt der Anteil bei etwa 43 %.
Nutzung von SchutzmaßnahmenIn der Gesamtbevölkerung zeigt sich eine rückläufige Bereitschaft, Sicherheitsmaßnahmen aktiv zu nutzen:
- Nur ein geringer Teil der Befragten setzt etwa Zwei-Faktor-Authentifizierung ein.
- Automatische Updates oder regelmäßige Aktualisierungen von Geräten werden weniger häufig durchgeführt.
- Insgesamt sinkt die Verbreitung technischer Schutzmaßnahmen im Vergleich zu früheren Jahren.
- Digitale Gefahren sind für Kinder und Jugendliche bereits allgegenwärtig.
- Viele Eltern wissen um die Risiken, handeln aber vorsichtiger, als es die Situation erfordert.
- Die Lücke zwischen Wissen um Risiken und konkretem Schutzverhalten ist deutlich spürbar.
- Sorglosigkeit nimmt zu: Manche Menschen schätzen ihr eigenes Risiko als gering ein, obwohl gefährdende Situationen durchaus vorhanden sind.
Beginnen Sie möglichst früh, mit Ihrem Kind über Internetgefahren zu sprechen. Erklären Sie altersgerecht, wie das Internet funktioniert, wo Risiken bestehen und welche Verhaltensregeln gelten.
2. Themen über Technik hinaus adressierenNeben Gesprächen über Kontaktanfragen und Cybergrooming sollten auch praktische Schutzmaßnahmen besprochen werden, z. B.:
- Sichere Passwörter;
- Zwei-Faktor-Authentifizierung;
- Bewusstes Verhalten bei unbekannten Nachrichten oder Links;
- Aufklärung über Onlinebetrug.
Sorgen Sie dafür, dass Geräte Ihrer Kinder aktuell sind – durch:
- regelmäßige Updates;
- sichere Kontoeinstellungen;
- kindersichere Filter oder Nutzerprofile.
Erklären Sie Ihrem Kind, warum diese Maßnahmen wichtig sind – damit es sie versteht und mitträgt.
4. Über Erfahrungen offen sprechenFalls Ihr Kind negative Online-Erfahrung gemacht hat (z. B. Cybermobbing oder unerwünschte Inhalte), sprechen Sie darüber offen. Zeigen Sie Unterstützung, klären Sie, wie sich solche Situationen vermeiden lassen, und erarbeiten Sie gemeinsam Lösungsstrategien.
5. Informationsangebote nutzenBSI und ProPK bieten Informationsmaterialien, Checklisten und Unterrichtsmaterialien an, die Familien, Lehrkräfte und Pädagogen unterstützen. Über diese Angebote können Sie sich Praxiswissen holen und Schutzmaßnahmen anpassen.
Bedeutung für Eltern, Kita und Schule- Eltern stehen in einer zentralen Verantwortung: Sie sind Vorbild und Vermittler für Medienkompetenz.
- Kinder und Jugendliche benötigen Begleitung: Nicht Verbote, sondern Begleitung und Aufklärung schaffen Sicherheit.
- Schulen und Kitas können Beiträge leisten: Medienbildung, Workshops, Informationsveranstaltungen.
- Gesellschaft und Politik sind gefordert, Unterstützung bereitzustellen – durch niedrigschwellige Angebote und kontinuierliche Sensibilisierung.
Die Befragung zum digitalen Familienalltag zeigt deutlich: Die digitale Welt ist für Kinder und Jugendliche heute unverzichtbar – zugleich birgt sie Risiken. Viele Eltern sind sich dieser Risiken bewusst, doch es muss mehr getan werden – sowohl im Gespräch als auch technisch.
Ein bewusster, transparenter Umgang mit digitalen Medien in der Familie stärkt Sicherheit und Vertrauen. Wer praktisch handelt – und nicht nur informiert ist – leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der jüngsten Nutzer:innen.
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Ihr Team von Datenschutz Prinz