Die NIS-2-Richtlinie verpflichtet Geschäftsleitungen zu regelmäßigen Schulungen – aber sie schreibt nicht explizit vor, wer diese Schulungen durchführen muss. Genau das sorgt in vielen Unternehmen für Unsicherheit: Reicht ein internes Briefing? Muss es ein zertifizierter Anbieter sein? Oder verlangt der Gesetzgeber staatlich anerkannte Trainings?
Die gute Nachricht: Es gibt Spielraum. Die Verantwortung bleibt zwar bei der Geschäftsleitung, doch bei der Wahl des Schulungsanbieters besteht Flexibilität – solange Qualität und Nachweisbarkeit gewährleistet sind.
Welche Arten von Schulungsanbietern kommen in Frage?Grundsätzlich lassen sich Anbieter in vier Kategorien einteilen:
| Typ | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Interne Schulungen (z. B. durch CISO, IT-Leitung oder Compliance) | Wissen wird im eigenen Haus vermittelt | Unternehmen mit hoher interner Kompetenz |
| Externe IT-Sicherheitsdienstleister oder Beratungshäuser | Spezialisierte Anbieter mit Fokus auf Cybersecurity | Mittelständler und Konzerne |
| Kammern, Verbände oder Brancheninitiativen (z. B. IHK, Bitkom, BvD) | Neutraler Rahmen, oft rechtlich abgestimmt | Geschäftsleitungen mit wenig Vorwissen |
| Zertifizierte Schulungsträger / Akademien / Hochschulen | Offizielle Zertifikate, strukturierter Ablauf | Unternehmen mit Prüf- oder Audit-Anforderungen |
Wichtig: *Das Gesetz verlangt keine staatliche Zertifizierung des Anbieters – aber die Schulung muss „angemessen" und „nachweisbar" sein.
Interne Schulung vs. externer Anbieter – was ist besser?Beides kann funktionieren – der Unterschied liegt im Ziel und im Reifegrad des Unternehmens.
Vorteile interner Schulungen:Aber: Interne Schulungen werden oft zu informell durchgeführt und unzureichend dokumentiert. Außerdem fehlt manchmal Neutralität, was bei späteren Prüfungen problematisch sein kann.
Vorteile externer Schulungen:Nachteil: Externe Formate wirken manchmal zu generisch, wenn sie nicht auf die Branche abgestimmt sind.
Wie erkennt man einen geeigneten Schulungsanbieter?Folgende Kriterien sollten erfüllt sein – unabhängig davon, ob intern oder extern geschult wird:
- Kompetenz nachweisbar (z. B. Erfahrung in Cybersecurity-Compliance / IT-Forensik / KRITIS-Betreuung)
- Inhalte orientieren sich an NIS-2 und BSI-Standards
- Schulung richtet sich explizit an Geschäftsleitungen – keine Technikvorträge!
- Schwerpunkt auf Verantwortung, Haftung, Meldeprozessen und Entscheidungsfähigkeit
- Dokumentation erfolgt nachvollziehbar und auditfest
Tipp: Bei externen Anbietern immer Agenda und Musterzertifikat vorab einsehen, um sicherzustellen, dass Leitungsthemen im Vordergrund stehen.
Können auch hybride Modelle funktionieren?Ja – und das ist in vielen Organisationen sogar der effizienteste Weg. Häufig wird folgendes Modell gewählt:
Dieses Modell vereint Neutralität und Praxisnähe – und erfüllt in der Regel auch die Anforderungen von Auditoren, Aufsichtsbehörden oder Versicherungen.
Der Anbieter ist nicht entscheidend – die Wirkung schonDas Gesetz will nicht „Zertifikate sammeln", sondern handlungsfähige und informierte Geschäftsleitungen schaffen. Deshalb gilt:
Wichtig ist nicht, wer schult – entscheidend ist, dass die Geschäftsleitung danach verstanden hat, was sie zu tun hat.
Wenn die Schulung:
dann ist sie gesetzlich wirksam – egal ob intern oder extern durchgeführt.
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