Wenn eine Arztpraxis oder psychotherapeutische Praxis übergeben wird, geht es nicht nur um Räume, Geräte und Verträge. Ein besonders sensibles Thema sind die Patientendaten.
Diese Daten gehören zu den besonders schützenswerten Informationen. Deshalb gelten bei einer Praxisübergabe strenge datenschutzrechtliche und berufliche Regeln.
Warum ist Datenschutz bei der Praxisübergabe so wichtig?In einer Praxis werden viele persönliche und sensible Daten verarbeitet, zum Beispiel:
- Gesundheitsdaten
- Behandlungsdokumentationen
- persönliche Angaben der Patienten
Diese Daten unterliegen nicht nur der DSGVO, sondern auch der ärztlichen Schweigepflicht.
Bei einer Praxisübergabe muss sichergestellt werden, dass:
- die Daten geschützt bleiben
- keine unbefugten Personen Zugriff erhalten
- die Rechte der Patienten gewahrt werden
Grundsätzlich gilt:
- Der bisherige Praxisinhaber bleibt zunächst verantwortlich für die Patientendaten
- auch nach der Übergabe bestehen Pflichten, etwa zur Aufbewahrung und Löschung
Die Verantwortung endet also nicht automatisch mit dem Verkauf der Praxis.
Was passiert mit den Patientenakten?Ein zentraler Punkt bei der Praxisübergabe sind die Behandlungsunterlagen.
Dabei gibt es zwei rechtlich zulässige Möglichkeiten:
1. Übergabe mit EinwilligungDie einfachste Lösung ist die Zustimmung der Patienten.
Das bedeutet:
- Patienten werden rechtzeitig informiert
- sie entscheiden selbst über die Weitergabe ihrer Daten
- die Einwilligung sollte dokumentiert werden
Nur wenn eine Einwilligung vorliegt, dürfen die Daten vollständig an den neuen Praxisinhaber übergeben werden.
2. Aufbewahrung ohne Einsicht („Zwei-Schrank-Modell")Wenn keine Einwilligung vorliegt, gibt es eine Alternative:
- Die Daten werden beim neuen Praxisinhaber gelagert
- der Zugriff ist jedoch zunächst nicht erlaubt
- Einsicht erfolgt nur, wenn der Patient zustimmt
Dieses Modell stellt sicher, dass die Daten geschützt bleiben und nicht unbefugt genutzt werden.
Informationspflicht gegenüber PatientenEin wichtiger Punkt ist die Transparenz.
Patienten müssen frühzeitig darüber informiert werden:
- dass die Praxis übergeben wird
- was mit ihren Daten passiert
- welche Rechte sie haben
Diese Information ist verpflichtend und ein zentraler Bestandteil des Datenschutzes.
Typische Fehler vermeidenBei Praxisübergaben treten häufig Probleme auf:
- fehlende oder verspätete Information der Patienten
- Weitergabe von Daten ohne Einwilligung
- unklare Zuständigkeiten
- unzureichende Sicherung der Daten
Diese Fehler können zu Datenschutzverstößen und rechtlichen Konsequenzen führen.
Was sollten Praxisinhaber beachten?Für eine datenschutzkonforme Praxisübergabe sind folgende Schritte wichtig:
- frühzeitige Planung
- klare Regelung der Verantwortlichkeiten
- Information der Patienten
- Einholung von Einwilligungen
- sichere Aufbewahrung der Daten
Eine strukturierte Vorbereitung hilft, Risiken zu vermeiden.
Die Praxisübergabe ist ein komplexer Prozess – besonders im Hinblick auf den Datenschutz.
Wichtig ist:
- Patientendaten müssen besonders geschützt werden
- eine Weitergabe ist nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt
- Transparenz gegenüber Patienten ist verpflichtend
Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten Informationen – ihr Schutz hat auch bei einer Praxisübergabe oberste Priorität.
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Ihr Team von Datenschutz Prinz
Quelle: Mit Sicherheit gut behandelt