Kinder und Jugendliche nutzen heute ganz selbstverständlich digitale Angebote. Sie spielen online, lernen mit Apps, kommunizieren über soziale Netzwerke und geben dabei persönliche Daten preis. Oft können sie jedoch noch nicht vollständig einschätzen, welche Folgen die Weitergabe ihrer Daten haben kann. Deshalb fordern die deutschen Datenschutzbehörden einen stärkeren und klareren Schutz von Kindern in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Im November 2025 haben sie zehn konkrete Vorschläge vorgestellt, wie der Datenschutz für Kinder verbessert werden kann.
Warum brauchen Kinder besonderen Datenschutz?Kinder gelten im Datenschutzrecht als besonders schutzbedürftig. Gründe dafür sind:
Deshalb sollte der Gesetzgeber Kinder ausdrücklich stärker berücksichtigen.
Welche Schutzregeln gibt es bereits?Die DSGVO enthält schon heute einige spezielle Vorschriften für Kinder:
Die Datenschutzbehörden halten diese Regelungen jedoch für nicht ausreichend. Sie sehen Lücken, insbesondere bei Profiling, Werbung und automatisierten Entscheidungen.
Die zehn Vorschläge für besseren KinderschutzDie Datenschutzbehörden schlagen folgende Verbesserungen vor:
1. Strenger Schutz bei ZweckänderungenWenn Daten von Kindern für neue Zwecke verwendet werden sollen, muss besonders geprüft werden, ob die Rechte des Kindes gewahrt bleiben.
2. Verbot von Profiling für WerbezweckeKinder sollen nicht Ziel personalisierter Werbung oder Profilbildung sein – auch dann nicht, wenn eine Einwilligung vorliegt.
3. Einschränkung bei sensiblen DatenBesonders sensible Daten wie Gesundheitsinformationen, religiöse Überzeugungen oder politische Ansichten sollen nicht allein durch Einwilligung von Kindern verarbeitet werden dürfen.
4. Schutz bei BeratungsangebotenKinder sollen Beratungs- und Hilfsangebote nutzen können, ohne automatisch die Zustimmung der Eltern einholen zu müssen – sofern sie die nötige Reife besitzen.
5. Besonderes WiderspruchsrechtKinder sollen später leichter gegen Datenverarbeitungen widersprechen können, die im Kindesalter begonnen haben.
6. Keine rein automatisierten EntscheidungenKinder sollen nicht von vollständig automatisierten Entscheidungen betroffen sein, die erhebliche Auswirkungen haben, etwa durch algorithmische Bewertungssysteme.
7. Datenschutzfreundliche GestaltungDigitale Dienste sollen von Anfang an so gestaltet werden, dass sie Kinder besonders schützen.
8. Voreinstellungen mit hohem SchutzStandard-Einstellungen sollten datenschutzfreundlich sein, da Kinder selten selbst aktiv Einstellungen ändern.
9. Berücksichtigung bei DatenpannenBei Datenschutzverletzungen müssen Risiken für Kinder ausdrücklich berücksichtigt werden.
10. Datenschutz-FolgenabschätzungBei Risikoanalysen muss geprüft werden, ob Kinder betroffen sind und wie ihre Rechte geschützt werden können.
Warum sind diese Änderungen wichtig?Kinder wachsen in einer digitalen Welt auf. Daten, die heute gesammelt werden, können sie ihr ganzes Leben begleiten. Ein unbedachter Klick oder eine Einwilligung kann langfristige Folgen haben – etwa durch dauerhafte Profile oder automatisierte Bewertungen.
Ein stärkerer Schutz soll:
Kinder brauchen im digitalen Raum besonderen Schutz. Die Datenschutzbehörden fordern deshalb gezielte Verbesserungen der bestehenden Regelungen. Ziel ist ein Datenschutz, der die Bedürfnisse von Kindern ernst nimmt und ihre Rechte langfristig sichert.
Datenschutz ist auch Kinderschutz – und sollte in der digitalen Welt konsequent umgesetzt werden.
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Ihr Team von Datenschutz Prinz
Quelle: DSK
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