Datenschutz in der Lieferkette - Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)

Ein zentraler Bestandteil des Datenschutzes sind die sogenannten technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs).

Viele Unternehmen haben diesen Begriff schon gehört, wissen aber nicht genau:

  • was dahinter steckt
  • welche Maßnahmen konkret gemeint sind
  • und wie diese in der Praxis umgesetzt werden

Dabei sind TOMs ein Pflichtbestandteil der DSGVO und spielen eine entscheidende Rolle in der Lieferkette.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • was technische und organisatorische Maßnahmen sind
  • warum sie so wichtig sind
  • welche Maßnahmen konkret erforderlich sind
  • und wie Sie diese in Ihrem Unternehmen umsetzen

Was sind technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)?

TOMs sind Maßnahmen, die dazu dienen, personenbezogene Daten zu schützen.

Sie sollen sicherstellen, dass Daten:

  • vor unbefugtem Zugriff geschützt sind
  • nicht verloren gehen
  • nicht verändert oder missbraucht werden

Die DSGVO verlangt, dass Unternehmen geeignete Maßnahmen treffen, um ein angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten.

Warum sind TOMs so wichtig?

TOMs sind nicht nur eine formale Pflicht, sondern schützen Ihr Unternehmen ganz konkret.

Sie helfen dabei:

  • Datenverluste zu vermeiden
  • Cyberangriffe abzuwehren
  • Datenschutzverstöße zu verhindern
  • Vertrauen bei Kunden aufzubauen

Besonders in der Lieferkette ist das wichtig, da auch Ihre Dienstleister diese Maßnahmen einhalten müssen.

Welche Arten von Maßnahmen gibt es?

Die DSGVO unterscheidet nicht strikt, aber in der Praxis werden TOMs oft in zwei Bereiche aufgeteilt:

1. Technische Maßnahmen

Diese betreffen IT-Systeme und Technologien.

Beispiele:

  • Verschlüsselung von Daten
  • Firewalls
  • Zugriffskontrollen (z. B. Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung)
  • regelmäßige Backups
  • Virenschutzprogramme

2. Organisatorische Maßnahmen

Diese betreffen Prozesse und Abläufe im Unternehmen.

Beispiele:

  • Schulung von Mitarbeitern
  • klare Zugriffsregelungen
  • Datenschutzrichtlinien
  • Berechtigungskonzepte
  • interne Kontrollmechanismen

Die wichtigsten TOMs im Überblick

Im Datenschutz haben sich bestimmte Standardmaßnahmen etabliert.

1. Zugriffskontrolle

Nur berechtigte Personen dürfen auf Daten zugreifen.

Beispiele:

  • Benutzerkonten
  • Passwörter
  • Rollen- und Rechtekonzepte

2. Zugangskontrolle

Unbefugte dürfen keinen Zugang zu Systemen erhalten.

Beispiele:

  • sichere Passwörter
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Zutrittskontrollen zu Serverräumen

3. Weitergabekontrolle

Daten dürfen nicht unkontrolliert weitergegeben werden.

Beispiele:

  • verschlüsselte E-Mails
  • sichere Datenübertragung
  • Protokollierung von Zugriffen

4. Eingabekontrolle

Es muss nachvollziehbar sein, wer Daten eingegeben oder verändert hat.

5. Verfügbarkeitskontrolle

Daten müssen verfügbar bleiben.

Beispiele:

  • Backups
  • Notfallpläne
  • Wiederherstellungssysteme

6. Trennungskontrolle

Daten müssen getrennt verarbeitet werden.

Beispiel:

  • Trennung von Test- und Produktivsystemen

Wie setzen Sie TOMs richtig um?

Ein strukturierter Ansatz hilft Ihnen bei der Umsetzung.

1. Risikoanalyse durchführen

Überlegen Sie:

  • Welche Daten verarbeiten Sie?
  • Wie sensibel sind diese Daten?
  • Welche Risiken bestehen?

2. Maßnahmen auswählen

Je nach Risiko müssen passende Maßnahmen umgesetzt werden.

3. Maßnahmen dokumentieren

Die DSGVO verlangt Nachweise.

Dokumentieren Sie:

  • welche Maßnahmen bestehen
  • warum diese gewählt wurden

4. Dienstleister prüfen

Ihre Partner müssen ebenfalls TOMs umsetzen.

Lassen Sie sich diese nachweisen.

5. Regelmäßige Überprüfung

TOMs müssen regelmäßig überprüft und aktualisiert werden.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen nutzt:

  • Cloud-Speicher
  • CRM-System
  • E-Mail-Dienst

Mögliche TOMs:

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • verschlüsselte Datenübertragung
  • regelmäßige Backups
  • Zugriff nur für berechtigte Mitarbeiter

Wenn diese Maßnahmen fehlen, steigt das Risiko erheblich.

Typische Fehler in der Praxis

Viele Unternehmen machen ähnliche Fehler:

1. Maßnahmen nur auf dem Papier

TOMs werden dokumentiert, aber nicht umgesetzt.

2. Veraltete Sicherheitsmaßnahmen

Systeme werden nicht aktualisiert.

3. Fehlende Schulung der Mitarbeiter

Mitarbeiter sind ein häufiges Sicherheitsrisiko.

4. Dienstleister werden nicht geprüft

Externe Anbieter erfüllen die Anforderungen nicht.

5. Keine regelmäßige Kontrolle

Maßnahmen werden nicht überprüft.

Welche Folgen drohen ohne TOMs?

Fehlende oder unzureichende Maßnahmen können zu:

  • Datenverlust
  • Cyberangriffen
  • Datenschutzverstößen
  • Bußgeldern
  • Vertrauensverlust

führen.

Best Practices für Unternehmen

So setzen Sie TOMs erfolgreich um:

  • Sicherheitskonzept erstellen
  • Mitarbeiter regelmäßig schulen
  • Systeme aktuell halten
  • Zugriffskontrollen einführen
  • Backups regelmäßig durchführen
  • Dienstleister prüfen
  • Maßnahmen dokumentieren

Technische und organisatorische Maßnahmen sind ein zentraler Bestandteil des Datenschutzes.

Die wichtigsten Punkte:

  • TOMs sind gesetzlich vorgeschrieben
  • sie schützen Daten und Unternehmen
  • sie müssen umgesetzt und dokumentiert werden
  • auch Dienstleister müssen diese erfüllen

Wenn Sie TOMs richtig einsetzen, reduzieren Sie Risiken deutlich.

Sie möchten Ihre technischen und organisatorischen Maßnahmen überprüfen oder verbessern?
Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung eines sicheren und DSGVO-konformen Datenschutzkonzepts.

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